Der italienische Dichter Gabriele D’Annunzio soll der berühmten Votivstatuette aus dem antiken Velathri, dem heutigen Volterra im Herzen der Toskana den Namen Ombra della Sera gegeben haben, Abendschatten. Er fühlte sich bei ihren Anblick an die langen Schatten in der untergehenden Abendsonne erinnert.
Es gibt eine Reihe von ähnlich langgestreckten Votivfiguren im volterranischen Raum. Dieser hier gab jedoch der etruskische Künstler durch die sehr natürlich wirkenden Gesichtszüge und die Sorgfalt und Feinheit der sonstigen Ausführungsmerkmale eine fast übernatürliche Ausstrahlung.
Die “Volterraner“ Bronzegießer waren schon in der Antike weithin berühmt wegen ihrer erstaunlichen handwerklichen und technologischen Fähigkeiten, die Kupfererze ihrer näheren Umgebung, der Colline metallifere, zu gießen und mit Zinn zu Bronzen zu legieren. Wohlhabende Römer und andere Kunstbeflissene schmückten denn auch schon damals vor der Zeitenwende ihr Zuhause mit den kleinen Bronzestatuetten aus dem heutigen Volterra.
Der Betrachter der sehr modern wirkenden, überschlanken Statuette, fühlt sich stark an das Kunstschaffen des zeitgenössischen Künstlers Giacometti erinnert und wundert sich oftmals zunächst, daß das vor ihm stehende erlesene Kunstwerk vor etwa 2300 Jahren entstanden ist. Die berühmte Statuette des Ombra della Sera ist nicht zuletzt durch ihre “modern” anmutende Eleganz heutzutage zum Wahrzeichen der toskanischen Stadt Volterra geworden, wo sie im ’Museo Etrusco’ ausgestellt wird.
Die vor Ihnen stehende Kopie des Abendschattens ist ein autorisierter Originalabguß. Sie wurde wie das Original im Wachsausschmelzverfahren gegossen und liebevoll in Handarbeit zu ihrem edlen Aussehen hin patiniert. Die Matrix für die Kopie wurde mit freundlicher Genehmigung und unter der Aufsicht der wissenschaftlichen Leitung des Museo Etrusco Guarnacci im Oktober 1999 in Volterra/Toscana abgeformt. Es wird versichert, daß der einmalige Replikationsvorgang in einer an jeder Statuette erkennbar numerierten, limitierten Auflage von 300 Exemplaren erfolgt und daß außer dieser begrenzten Anzahl von echten Repliken keinerlei weitere Nachgüsse von der Originalstatuette im Handel sind.
Diese Fakten, sowie die strikte Einhaltung der Auflagenbegrenzung, werden mit jeder Statuette in einer notariell beglaubigten Erklärung bestätigt.

Das Entstehen der Originalstatuette wird von Archäologen heute wegen der erkennbaren Einflüsse griechisch antiker Portraitkunst auf das 3. Jahrhundert vor Christus datiert. Der sorgfältig ausgewählte und einzeln in Handarbeit gefertigte Steinsockel besteht aus einem archaisch wirkenden Granit-Gneis von der zur damaligen Zeit von Griechen besiedelten Mittelmeerküste an der heutigen Provence.